DORISSA LEM – SKULPTUR
SKULPTUR MATERIALBILDER MALEREI
Ausstellung im Maternushaus Köln
08.05. - 06.07.2000 |
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DORISSA LEM im Maternushaus
eingelassen
1998, Ahorn, 158 x 39 x 31 x cm,
Kieselfeld ca. 200 x 90 cm
Holz ist so stark und zart
Prof. Dr. Frank Günter Zehnder, Direktor
des Rheinischen Landesmuseums Bonn:
"Für Dorissa
Lem geht es prinzipiell um Kooperation mit dem Holz, nicht um seine Brechung,
nicht um eine Überstülpung mit Formideen, die der Wuchskraft des
Holzes zuwiderlaufen. Holzkörper und Formprozeß werden also in
diesen Arbeiten harmonisiert. Durch den Gleichklang stellt sich jene eindrucksvolle
und ausdrucksstarke Ruhe ein, die ihre Arbeiten kennzeichnen...."
"Der skulpturale Entwicklungsprozeß, den Dorissa Lem in ihrem bisherigen
Werk aufzeigt, lebt aus einer Spiritualität und aus einer Materialität
zugleich, deren Zusammenführung in neuentwickelten Formereignissen eine
neue Qualität darstellt."
In Form und Titelgebung ein vielschichtiges Objekt.
Wirkt es auf den ersten Blick wie ein Boot bzw. ein Einbaum, wird diese Assoziation
bei näherem Hinsehen wieder aufgehoben: Die ineinander verschachtelten
vaginalen Strukturen münden in einer Öffnung, die den Blick auf
den Untergrund freigibt. Der Kontrast zwischen feingeschliffenen und rauhen
Oberflächen führt die Vielschichtigkeit weiter. Schließlich
kann der Titel sich sowohl auf die 'eingelassene' Öffnung beziehen, wie
auf den Betrachter, der sich einlassen kann.
Lebensfrüchte
1999,4-teilige Skulptur,
Lindenholz,
Edelstahlschnur,
46 x 30 x 16 cm, 35 x 27 x 19,5 cm,
41 x 29 x 25 cm, 40 x 26 x 19 cm (v.l.n.r.)
Die vier mit einer Edelstahlschnur verbundenen ' Lebensfrüchte ' entstanden anlässlich einer Ausstellung für 'Nichtsehende und Sehende'.
Sie laden dazu ein, Skulpturen auch einmal zu erfühlen, zu 'erfassen' im wahrsten Sinne des Wortes.
Der Verbindungsschnur liegt ein weiterer Gedanke zugrunde: " Wenn die
Nabelscnur nicht abgeschnitten würde, dann wären wir alle miteinander
verbunden !",
so der Ausruf einer Schülerin im Biologieunterricht.
Zwei Körper fügen sich ineinander, verschmelzen zu einem Ganzen, bilden Teile eines Ganzen, selbst
wenn sie getrennt werden.
Doch auch zusammengesetzt bleibt eine kleine sichtbare Fuge, die Anfang und
Ende des jeweiligen Körpers bezeichnet.
Dieses Werk war Dorissa Lems Beitrag zu einer Ausstellung zum Thema ' blickdicht'...
Dr. Nicole Cordier

Fuge, 1998
Lindenholz, zweiteilig,136 x 56 x 53 cm
(in zusammengefügter Position)
Fotomontage, gerahmt,195 x 135 cm